© Dominic Reichenbach
Widerstand oder Akzeptanz: René Sydow
KI-Modelle, die ohne Anweisung in fremde Plattformen vordringen, Machtinhaber, die ohne Moral regieren, eine Gesellschaft, die gespaltener denn je wirkt – das derzeitige Krisenmenü hat es in sich. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was jetzt zu tun ist. Mit seinem Programmtitel „Sie dürfen sich wieder setzen“ lässt René Sydow gezielt die Wahl zwischen Akzeptanz und Widerstand.
„Kaum einer regt so zum Nach- und Weiterdenken trotz Lachsalven an“, hieß es in der Laudatio bei Sydows Auszeichnung durch den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg. In seinen philosophischen Ausflügen über den Unsinn unserer Welt stellt er sich die wichtigen Fragen: „Was ist passiert? Wer ist schuld? Und wo ist mein Anwalt?“ Dabei zieht er mit einer üppigen Portion Humor die Parallelen zwischen Politik und Alltag.
Mit seinem Kabarett gastierte Sydow bereits in Sendungen wie „Die Anstalt“ und weiß durch jahrelange Theatererfahrung, wie man sein Publikum an eine Geschichte fesselt. Während sich die Gäste „wieder setzen“ dürfen, spaziert er über die Bühne, von einer Überlegung zur nächsten. Und wenn man gerade das Gefühl hat, durch seine Worte den Geheimnissen der Welt auf die Schliche zu kommen, entpuppt sich das Gesagte als Aufbau für die nächste Pointe. Schließlich hat auch der 46-Jährige nicht alle Antworten parat, lädt aber dazu ein, sie selbst zu finden.

