© Engel Theater
Auch bei Sir Geoffrye und Lady Hilarye stimmt die Kommunikation nicht
Da liegen die beiden auf ihren Särgen aufgebahrt in der Gruft: Sir Geoffrye und Lady Hilarye. Tot seit dem 16. Jahrhundert. Während sich im Hintergrund Sound aufbaut (Göran Eggert) beginnt ein Zwiegespräch. Aber keiner von beiden kann sich bewegen, anders ausgedrückt: sie sind über diese 500 Jahre nebeneinander versteift.
Schon seit Adam und Eva ist Kommunikation das Hauptproblem der Menschheit. Sätze sind anders gemeint, werden falsch interpretiert, Belanglosigkeiten summieren sich in Michael Frayns Stück „Alone together“ zu einem schwer zu ersteigenden Berg. Es ist eine herzergreifende Komödie über das ewige Scheitern von Beziehungen. Neben den beiden in der Gruft geht es noch um zwei andere Paare. Und drei Mal besteht zwischen den beiden sich doch liebenden Hälften das gleiche Problem: Kommunikation.
So wird aus einem eigentlich harmlosen Biss in einen Apfel seit Jahrtausenden der Kampf um Deutungshoheit. Heutzutage hundertfach multipliziert durch „Hate Speech“ in den Sozialen Medien. Neugier, Toleranz und Akzeptanz, die Grundvoraussetzungen einer funktionierenden Gemeinschaft, scheinen nur noch nutzlose Werte einer naiven Demokratie zu sein. Kommunikation ist nur noch eine Farce.
Das Engeltheater bringt die Komödie des britischen Autors, der mit den Stücken „Der nackte Wahnsinn“ und „Kopenhagen“ Weltruhm erlang, nun als deutsche Erstaufführung auf die Bühne. Es ist ein eingespieltes Team, was dabei zusammenarbeitet: Die Regie liegt in den Händen von Anton Krause, die beiden (dreifachen) Hauptrollen werden von Marion Elskis und Matthias Engel gespielt, das Bühnenbild stammt von Therese Thomaschke. Durchaus fröhlich und unterhaltsam verhandelt ihr Stück die ewig gleichen Fragen: Ist es Liebe oder doch nur Theater? In jedem Fall wird es ein komischer Abend, da kann man Gift drauf nehmen!
© Engelhardt
Oli-Kino Magdeburg
Olvenstedter Straße 25, 39108 Magdeburg
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