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© Lucas Foglia
Coal Storage
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© Lucas Foglia
Nevada 2013
Atemberaubende Landschaften und zerstörte Natur, die Fotografien der Serie „Frontcountry“ von Lucas Foglia zeigen beides, mitunter sogar in einer einzigen Aufnahme. Zwischen Wildnis und scheinbar ungezügelter Wirtschaft leben jedoch auch Menschen. Wie behaupten sie sich? Werden ihre Lebensentwürfe zerrieben oder existiert der (amerikanische) Traum weiter? Lucas Foglias Fotografien spüren dem Mythos des amerikanischen Westens nach. Sieben Jahre war der 1983 in New York geborene Fotograf in einer Region unterwegs, die zu den am wenigsten besiedelten, aber an Bodenschätzen reichsten der USA gehört. Er begegnete dabei sehr unterschiedlichen Menschen, Farmern, Cowboys, Minenarbeitern, Aussteigern, Jugendlichen. Sie alle sind jedoch mit der Landschaft verbunden, in der sie leben. Während die Ausweitung des Bergbaus von einigen kritisch betrachtet wird, haben andere eine berufliche Perspektive gefunden, wie Alice Hanauska. Die alleinerziehende Mutter fährt 48 Stunden pro Woche einen riesigen Lkw in einer der Minen. Es ist eine der Stärken von Lucas Foglia, weder die Natur zu glorifizieren noch die Industrie zu verurteilen. Die rund 60 Aufnahmen sind eine Auswahl aus 60.000, die im Verlauf des Projekts entstanden. Im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen sind sie zum ersten Mal in Deutschland und Europa zu sehen.
Lucas Foglia wurde zwar in New York geboren, wuchs jedoch auf einer Farm am Rand der Metropole auf. Seine Eltern gehörten der Back-to-the-land-Bewegung an. Das ist wohl eine der Wurzeln der besonderen Sensibilität des Fotografen für die vielschichtigen Beziehungen der Menschen zu Natur. Foglia studierte in Yale und an der Brown University Fotografie und Bildwissenschaften.
Lucas Foglia, Fotoserie "Frontcountry", ab 10.September im Kunstmuseum im Kloster unser Lieben Frauen

