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Nadja Gröschner und Stadtschreiberin Anne Hahn
Es war noch in Zeiten des Kaiserreichs Ende des 19. Jahrhunderts, als an den Ufern der Elbe zahlreiche Flussbadeanstalten entstanden. Unter ihnen war das Suhrsche Strombad, die „Nordt’sche Badeanstalt“ auf dem Wolfswerder, das „Ostende“ am Werderufer, das Strandbad „Riviera“ auf Cracauer Seite der Alten Elbe oder die in einem alten Elbkahn angesiedelte Badeanstalt von Paul Michaelis in Fermersleben.
Bis in die 1930er Jahre hinein diente das Baden in der Elbe nicht allein der sommerlichen Abkühlung, sondern ganz praktisch der Körperreinigung, denn viele Wohnungen und Quartiere hatten in jener Zeit weder eine Innentoilette, geschweige denn Badewannen oder Duschen. Das letzte Elbschwimmbad namens „Katerbow“, das seinen Platz am Werderufer der Alten Elbe hatte, schloss 1954, auch weil der Fluss selbst durch die fortgesetzte Einleitung von Industrieabwässern längst zu dreckig geworden war.
Nun begeben sich Magdeburgs Stadtschreiberin Anne Hahn und Stadtchronistin Nadja Gröschner bei einem geheimnisvollen Água-Walk entlang der Alten Elbe auf Spuren jener verschwundenen Flussbadeanstalten. Getragen wird ihre Entdeckungstour von fließenden Klangteppichen der Wiener Band „Playbackdolls“ und zauberhaften Tönen. In Kolumnen der Stadtschreiberin und poetisch-musikalischen Performances mit den Wiener Autorinnen Natalie Deewan und Eva Schörkhuber werden „nomadische Wahrheiten“ zu einem vielstimmigen und mehrsprachigen Orakel versammelt: Literarische Texte und Lieder erzählen die Geschichte unserer Flüsse, der Elbe und der Donau, als Lebenselixier und universelles Archiv von Legenden.

