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© Nicolle Tiebe
Projektteam WaVer: Martin Drewes (r) mit Industriedesigner Martin Deutscher und Betriebswirtin Martina Findling
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© Conrad Engelhardt
Designstudentinnen, die sich mit ihren Entwürfen am realen Projekt „VolksBank“ beteiligt haben.
Zwanzig Jahre ist es her, dass sich die Fachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und das Industriedesign (IWID) zusammenschlossen. Die Struktur des Fachbereichs aus klassischen Ingenieurdisziplinen in Verbindung mit gestalterischer Kompetenz prägt dabei die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und interdisziplinäre Schnittstellen. Das ist bis heute in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal. „Speziell das Industriedesign passte gut dazu“, findet Prof. Dr.-Ing. Christian Toralf Weber: „Auf Burg Giebichenstein wird Kunst gemacht, in Dessau Architektur und bei uns eben industriell anwendbares Design.“
So werden gegenwärtig sieben akkreditierte Bachelor- und vier Master-Studiengängen angeboten, in denen aktuell 900 Studierende immatrikuliert sind. Als Hochschule für angewandte Wissenschaften steht die enge Verzahnung von Theorie und Praxis immer im Mittelpunkt: Praktika, Projektarbeiten und Kooperationen mit Unternehmen schaffen Austausch und Praxisnähe.
Den für Hochschulen typische Praxisbezug kann man wohl an keinem Projekt besser zeigen, als am „WaVer“. Nach einem Auslandsaufenthalt in Afghanistan hatte Maschinenbau-Absolvent Martin Drewes die mobile, wasserkraftbasierte Trinkwasseranlage entwickelt, die sich besonders für Krisenregionen, etwa nach Unwettern und Zerstörung eignet. Gestartet als interdisziplinäres Projektteam an der Hochschule, ist aus „InfloTec“ längst ein in Wolmirstedt ansässiges, eigenständiges Unternehmen geworden, gegründet von Drewes und Betriebswirtin Martina Findling, ebenfalls eine Absolventin der Hochschule. Ihren autark funktionierenden „WaVer“, der dazu emmissionsfrei arbeitet, haben sie so auf den Markt gebracht und exportieren die Trinkwasseranlage heute in alle Welt.
Noch ein anderes aktuelles Beispiel dokumentiert die Praxisverbundenheit des Fachbereichs IWID: Mehrere Designstudentinnen haben sich diesen Sommer mit ihren Entwürfen am Projekt „VolksBank“ beteiligt. Ziel ist es, im Stadtraum eine Bank aufzustellen. Im Oktober wird es mit der realen Aufstellung des erwählten Modells seinen Abschluss finden.
Wie sieht es angesichts solcher Möglichkeiten mit dem Nachwuchs aus? „Das ist gerade das große Problem“, beschreibt es Prof. Weber. „Die Zahlen sind zu niedrig, aber wir bleiben dran.“ Dabei braucht Deutschland Ingenieure. Zur Gewinnung von noch praxisorientieren dualen Studiengängen geht man gezielt Kooperationen mit Unternehmen ein. Weber betreut auch das auf Nachwuchsgewinnung ausgerichtete „Junior-Lab“, mit dem man an den Schulen unterwegs ist. Dazu zeigt der Fachbereich Industriedesign zweimal im Jahr eine Ausstellung mit Semesterarbeiten im „Schauwerk“.
Mehr Infos zum Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Industriedesign gibt es hier.

