© Wenzel Oschington
CSD 2025
Die Maske ist längst gefallen: In ihrem offiziellen Regierungsprogramm spricht die AfD gerne von „Regenbogenideologie“. Familien, die nicht aus Mann, Frau und Kind bestehen, werden abgewertet. (Pkt 1.5.) Transgeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen soll der Zugang zu Hormontherapien erschwert werden. (Pkt 1.19) Ferner heißt es „kommunale Schulen, Vereine und Kindergärten werden unterstützt – aber nur, wenn sie den Bürgern dienen, nicht der perversen Regenbogenagenda.“ (Pkt 12.8.)
Falko Jentsch, Vorsitzender des CSD Magdeburg, sieht darin eine bedrohliche Entwicklung: „Als die AfD erstmals in parlamentarische Verantwortung kam, hätte es dafür einen riesigen Aufschrei gegeben. Heute ist der Hass wieder salonfähig geworden und findet sich unverblümt in Regierungsprogrammen.“ Neben der gesellschaftlichen Verrohung merkt Jentsch als aufmerksamer Beobachter der queeren Community außerdem, dass sich Teile von ihr immer mehr zurückziehen.“
Während es bei den ersten Magdeburger CSDs darum ging, mehr Rechte und Sichtbarkeit zu erhalten, wird im 30. Jubiläumsjahr dafür demonstriert, diese auch zu behalten. „Die Demo kann vor der Wahl im September nochmal zeigen, dass die Mehrheit der Gesellschaft für Gemeinschaft einsteht“, sagt der Vorsitzende optimistisch.
So werden die CSD Aktionswochen erneut mit dem gemeinsamen Hissen der Regenbogenflagge am Rathaus eröffnet. Die CSD-Demo an sich startet dieses Jahr am Domplatz und das mit einem besonderen Zeichen – einem Gottesdienst. Nach einer Kundgebung geht es dann durch die Stadt, mit Stopps am Hassel und der Ernst-Reuther-Allee. Auf dem Domplatz finden sich bis in den späten Abend Kleinkunst sowie Stände von Initiativen, Firmen, Vereinen und Parteien. Mit Hinblick auf die Landtagswahl lautet das Motto des CSD 2026 „Wähl Liebe“ mit den drei verschiedenen Zusätzen 30 Jahre CSD in Sachsen-Anhalt, 30 Jahre modern denken und für Demokratie und Menschlichkeit.
Eine Übersicht zu den CSD-Aktionswochen in Magdeburg gibt's hier

