© Tom Wagner
Matthias Matschke
Herr Matschke, man bekommt das Gefühl, ambitionierte Schauspieler müssen einmal im Leben den Kriminalisten gespielt haben. Was hat Sie bewogen?
Sagen wir, es war der Anreiz, als Schauspieler eine Dienstwaffe zu tragen. Wann kommt man schon in den Genuss.
Polizeiruf-Erfahrung haben Sie ja. 1995 spielten Sie allerdings einen der Täter.
Das ist richtig, deswegen war es ein passender Anlass ins ermittelnde Fach zu wechseln. Vielleicht auch, um alte Fälle wieder aufzurollen, das weiß ich jetzt noch nicht.
Der MDR zitiert Sie mit: „der MDR hat mich mit einem Angebot gelockt, das man nicht ablehnen kann“. Gemeint war die Zusammenarbeit mit Claudia Michelsen.
Ja, die ist super, ich finde sie ganz toll als Schauspielerin. Wenn man mit jemandem wie ihr so ein Projekt angeht, ist das ein Traum.
Ihr Kommisar Köhler soll offener und kommunikativer Typ sein, anders als Groths verschroben-verklemmte Figur des Drechslers. Durften Sie an der Rolle mitwirken?
Ohne Mitsprache ginge das gar nicht. So wie ich meine Rollen entwickele, will ich auch viel von mir einbringen. Dazu bin ich auch von der Redaktion aufgefordert, die Figur mitzuentwickeln. Das muss schon passen.
Wie sind Ihre bisherigen Berührungspunkte mit Magdeburg?
Ich sags ganz offen: Ich weiß nichts über die Stadt, ich bin wie so viele Menschen mit dem ICE durchgefahren, habe den Dom blinken sehen. In Halle bin ich oft gewesen, habe dort für den MDR Hörspiel gemacht. Magdeburg gilt es in der Beziehung noch zu erobern. Aber zum Glück legt der MDR Wert darauf, seine Polizeirufproduktionen vor Ort zu produzieren. So habe ich die Chance, die Stadt kennenzulernen.
Gabs Vorgaben zum Dialekt? Sylvester Groth sorgte mit seiner zwanghaften Machdeburch-Aussprache ja eher für Gruseln im Ohr.
Ich weiß gar nicht, ob in meinem Skript bislang das Wort Magdeburg vorkommt…
Na, davon ist auszugehen.
Dann werde ich mich dem interessiert stellen. Haben Sie einen Hinweis für mich?
Oh ja, wenn Sie das A in die Länge ziehen, haben Sie bei den Eingeborenen verloren.
Na dann nehme ich das als sachdienlichen Hinweis mit hinein. Wir sind ja noch am Entwickeln der Figur.

