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Мир для України!
Let’s be honest: Kino ist mindestens teuer und kann im schlimmsten Fall sauteuer sein. Die nachfolgende Kolumne versteht sich als Anreiz, nicht diejenigen anzupöbeln, die gerade am nächsten dran sind, sondern diejenigen zu adressieren, mit denen man diese Preispolitik tatsächlich ausdiskutieren könnte. Was nicht heißt, dass mich die Preise nicht schockieren würden.
Meine Taschen sind leer. Wir manövrieren zur Gastro. Das Geld ist knapp. Ich hole mir einen Kaffee. Vom Fünfer bekomme ich noch irgendwelches Klimpergeld zurück. Tut kurz weh. Meine Begleitung holt sich Nachos. Tut auch weh. Eine Kasse weiter bestellt eine touchy Zweisamkeit ein Sparmenü: mittleres Getränk, mittleres Popcorn – knapp fünfzehn Euro. Tut sicherlich auch weh, obgleich das Datingbegehren den Preis vermutlich rosa einfärbt.
Zwölf Minuten später lassen wir uns in die Sessel plumpsen, ohne zu wissen, welcher Film gleich läuft - Überraschungsfilm, Sneak Peek, Preview, you name it. Zehn Minuten nach Start des Hauptfilms („Good Boy“ – gefühliger Horrorfilm aus der Wuffelperspektive) rudelt eine Gruppe junger Menschen in den Saal und fühlt sich angenehm schnell wie zu Hause, Gespräche und Smartphone-Selfies inklusive. Weitere fünf Minuten später öffnet das Rudel seine Rucksäcke. Umgehend macht sich ein fein abgestimmtes olfaktorisches Gemisch im Saal breit: Frittenfett und Burgersauce. Die braunen Papiertüten eines McDonalds-Konkurrenten finden hör- und sichtbar Platz auf den drehbaren Tischchen der Sitze. Die Abendfütterung umfasst verschiedene Burgervariationen (Abwechslung ist wichtig) und große (!) Getränke, die aus unerfindlichem Grund nicht im Rucksack ausgelaufen sind – Respekt dafür.
Nun, „Hass“ ist ein starkes Wort, das nicht leichtfertig verwendet werden sollte, insbesondere in dieser aufgeladenen Zeit…
Gastronomie macht den Kinobesuch teuer, da müssen wir uns nicht drüber unterhalten. Große Ketten haben große Preise, aber auch Programmkinos ziehen immer mal wieder an. Warum? Weil das die Einnahmequelle von Kinos ist. Zitat: „Eine alte Faustregel besagt, dass vom Ticketerlös für einen Film 25 % an den Kinobetreiber gehen, weitere 25 % an den Verleih und die restlichen 50 % an den Filmproduzenten.“ (Q: Filmpuls.Info, 202 3) Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ich weiß, dass es verlockend ist, dem Servicepersonal beim nächsten Besuch knurrend entgegenzuwerfen, dass „die Popcornpreise scheiße unnormal sind, Diggi“ oder sich „die Scheiße doch keiner leisten kann, Alter“ – aber vielleicht wäre es sinniger, über die Preisgestaltung mit den Urhebern zu sprechen, dem Filmverleih, der Produktion dahinter. Die Preise sollen runter, aber den eigenen Po möchte man natürlich trotzdem in den besonders bequemen Sesseln parken und „Avatar“ in 3D schauen, aber auch gerne noch neun andere Filme zur Auswahl haben, gerne auch alles so nachhaltig wie möglich. Das ist alles verständlich und nachvollziehbar; Kino soll als Erlebnisstätte eben Abwechslung und das gewisse Plus bieten, aber Fakt ist: Die Kosten für den Betrieb eines Multiplex-Kino sind enorm.
Kleiner Gastro-Tipp: Ruhig auch wieder in unsere lokalen Programmkinos gehen, z.B. Moritzhof oder Studiokino. In letzterem hab ich zuletzt Getränke und Snacks für’n sehr schmalen Taler gesehen.
Und bis das alles gefruchtet hat, trinke ich halt ‘nen kleinen Kaffee im großen Kino.
Podcast-Tipp 1: Nachgeschaut, der Podcast zur Filmkolumne
Im Podcast zur Kolumne geht es manchmal um die Filmthemen im Heft, meistens mit spannenden Gästen, Werkstattgesprächen und bisschen Nerdtalk. Einfach abonnieren und reinlauschen. Gracias. Gibts natürlich auch außerhalb von Spotify und dank RSS-Feed in jedem Podcatcher. | Socials: @nachgeschaut_filmpodcast
Podcast-Tipp 2: Broke ‘n Lost & 30+, der Podcast zum Nervenzusammenbruch
Mehr über pleite sein (und andere Probleme, gibts übrigens in dem neuen Podcast „Broke ‘n Lost & 30+“. Frances & Rob (← est moi) sprechen über Wehwehchen und Widrigkeiten … z.B. das Leben mit über 30 und pleite sein. Hört mal rein. Danke. | Socials: @brokenlost30podcast
Völlig gratis aber nicht umsonst:rob@dates-online.de
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