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Die Magdeburger Filmkolumne - 1
Мир для України!
Vorab: Nach über zehn Jahren hab ich Mails im Postfach – also in meinem Kolumnenpostfach. Das kam bisher zu kurz, leider, aber an dieser Stelle ein Dankeschön an die… ja… es ist Leserpost vermute ich. Kritische Nachfragen und Einordnungen (auch immer gerne gesehen) und zuletzt ein Themenvorschlag zum Thema „Magdepasta“ (siehe Ausgabe Juli 2026): Es hat mit Schlittenhunden zu tun. Da müsste ich selbst auch erst einmal grübeln, ob ein 40-Grad-Sommer in MD der richtige Ort für die Tiefkühlwuffel wäre, aber hey: Fantasie kennt keine Grenzen. Auch: Wenn ich nicht sofort antworte ist das nicht bös’ gemeint – die Post kommt an und ich lese alles, eifrig und aufmerksam. Wie immer gilt: Scharfzüngig gerne; antidemokratischer Kram fliegt in die „Rundablage P“ – kurz und knackig.
Nicht für die Tonne wird hoffentlich der neue deutschlandweite Ultrakurzfilmwettbewerb PERLZWIEBELN, der gerade in Magdeburg vorbereitet wird, und der sicherlich in der nächsten Ausgabe besprochen wird. Bis zum 13. September können deutschlandweit Kurzfilme mit exakt 24 Sekunden (+ max. 10 Sek. nicht-narrativer Abspann) zum Thema Schimmer eingereicht werden. Und bitte bitte lasst auch ein paar coole Genrefilme dabei sein. Kleiner Tipp: What about Found-Footage-Horror-Revival mit soziokritischem Einschlag?
Was ist eigentlich aus der Tradition des „Vorfilms“ geworden, dem Kurzfilm vor dem Hauptfilm? Okay, wir wissen, dass die Nazis Vorfilme als Propagandainstrument verhuddelt haben (Stichwort „Wochenschau“), aber abseits davon gab es ja noch mehr. Movie Serials – strukturell vergleichbar mit späteren Fernsehserien, konzeptionell eher als Kinofilm gedacht – als Vorprogramm, bescherten uns immerhin die ersten Adaptionen von BATMAN und FLASH GORDON; kurze Animationsfilme waren gerade im US-amerikanischen Kino absolut normal und gehörten zu einem Kinoabend dazu. Das TV machte dieser Tradition zuerst Konkurrenz, dann den Gar aus.
In der Gegenwart wäre es doch wunderbar vor einem einem Hollywoodblockbuster einen thematisch passendes Kleinod serviert zu bekommen. Zumal Kurzfilme ja (mittlerweile) bekanntermaßen auch gerne mal unerschlossenes Langspielfilmpotenzial mitbringen. Wir denken nochmal an den aktuellen Kassenschlager BACKROOMS, den Sci-Fi-Klassiker 12 MONKEYS (basierend auf „La Jetée“) oder Neill Blomkamps wunderbaren Alien-Refugee-Klassiker DISTRICT 9. Alles einfallsreiche Kurzfilme, die ich persönlich auch gerne im Kino gesehen hätte. Vielleicht können sich OLi Lichtspiele, das Filmkulturhaus Studiokino oder schlichtweg auch die Cineplexe in der Stadt ja mal ans Herz fassen und den Vorfilm reetablieren. Und jetzt bitte nicht reflexartig brüllen, dass man ja aber durchaus schon mal einen Vorfilm im Hierirgendwo oder im Dortberlin gesehen habe – weiß ich alles, aber ist ja trotzdem ‘ne absolute Ausnahme und als Werkzeug zur Talentförderung sträflich missachtet. Aber das muss ja nicht so bleiben. Die AG Kurzfilm verfügt beispielsweise über einen exzellenten Kurzfilmkatalog – have a look. Einen Deutschen Kurzfilmpreis gibt es übrigens auch.
Fazit: Mehr Leserpost und mehr Kurzfilme - oder? Tell me: rob@dates-online.de
PS: Du bist Kreativkopf in Magdeburg oder Umgebung? Dann schau doch mal beim monatlichen Treffen des Netzwerkes NMC (New Magdeburg Cinema) vorbei. Austausch über Projekte und Netzwerken ohne Stress.
Schreibt einfach 'ne Mail an new-magdeburg-cinema@gmx.de oder schau auf Instagram vorbei: https://www.instagram.com/new_magdeburg_cinema
PPS: Den Podcast zur Filmkolumne gibts überall kostenlos zu hören!

