© Real Fiction Filmverleih
Ibrahim vor den Bildern von Schwester, Cousine und Großmutter
Es war der November 1992, als ein rassistischer Brandanschlag auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser im schleswig-holsteinischen Städtchen Mölln deren Leben zerstörte. Drei Menschen starben. Die Morde waren Teil einer rassistischen Gewaltserie, die die Bundesrepublik in den 1990er-Jahren erschütterte. In der Folge erhielt die Stadt Mölln hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen, von denen aber fast drei Jahrzehnte niemand Notiz nahm.
Der damals siebenjährige İbrahim überlebte das Inferno, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Der Film folgt nun Ibrahim bei der Entdeckung dieser Briefe und bei der Begegnung mit drei ihrer Verfasser. Zugleich zeichnet er ein komplexes Porträt des anhaltenden Traumas, das Ibrahim und seine Geschwister bis heute beeinträchtigt. Ibrahim hat einen Umgang mit den Geschehnissen gefunden, indem er aktiv gegen Rassismus kämpft und sich für eine Erinnerungskultur einsetzt, die die Opfer ins Zentrum stellt. Sein Bruder Namik hingegen befindet sich noch am Anfang seines Wegs der Bewältigung.
Der Film beleuchtet nicht nur die Erfahrungen der Überlebenden, er behandelt auch die große Solidarität, die es damals gab – eine Solidarität, von der die Opfer bis zu diesem Zeitpunkt nichts wussten. Er schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nimmt eine Perspektive des Erinnerns ein, die den Stimmen der Betroffenen den Raum und die Anerkennung gibt, die sie verdienen.
Reihe „Film & Gespräch“: Die Möllner Briefe mit Martina Priessner und Ibrahim Arslan
(teilweise Original mit Untertitel)
© Engelhardt
Kulturzentrum Moritzhof
Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg
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Kino- und Konzertkasse im Foyer ist wochentags ab 14.00 Uhr geöffnet.

