© Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg
Strafanstalt Hohenleuben
„Kürzlich hat eine neue Studie der Universität Leipzig ergeben, dass die Sehnsucht nach der DDR weiterhin erstaunlich groß ist. Unser Film beleuchtet anschaulich und sehr fühlbar eine andere Wirklichkeit der DDR, die mit Sicherheit niemand für sich oder seine Familie zurück möchte“, betont Stefanie Falkenberg. Sie ist Projektkoordinatorin bei der Produktion des Dokumentarfilms „Verlorene Zeit – Gegen das Schweigen“.
Gewalterfahrungen, Isolation und Zwangsarbeit: Im Film erzählen Zeitzeugen von Einrichtungen der repressiven DDR-Heimerziehung und dem Strafvollzug sowie über die Gründe ihrer Einweisung oder Verhaftung. Jugendliche, die sich nicht ins Normsystem der DDR einfügen wollten oder konnten, sollten mit Zwangsmaßnahmen zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erzogen werden. Auch in Thüringen gab es solche Einrichtungen. Im Durchgangsheim Schmiedefeld, im Jugendwerkhof „Neues Leben“ Wolfersdorf und im Frauengefängnis Hohenleuben waren die Protagonisten der Willkür des SED-Regimes ausgeliefert. Nach der Vorführung im Studiokino gibt es ein Filmgespräch für das sowohl Falkenberg als auch die Magdeburger Schriftstellerin Annett Gröschner zu Gast sind. Gemeinsam reden sie darüber, wie sich der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit abweichendem Verhalten in der DDR von dem im Kaiserreich und Faschismus abgrenzt bzw. ähnelt.
© Studiokino

