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Mathias Liebing erzählt, wie über Nacht eine Ära endet
Der Europapokalsieg des FCM war nur eines der Indizien, die darauf hinweisen mussten, dass zwischen Ost- und Westfußball zu DDR-Zeiten keine Welten lagen. Doch für die meisten Ostvereine war die Auflösung der DDR-Oberliga der Beginn einer Katastrophe. Bei der Lesung aus seinem Buch „Plattgemacht: Wie der Westenden ostdeutschen Fußball zerstörte“ benennt Mathias Liebing die Verantwortlichen.
Die Schuld dafür, dass ein Großteil der Topspieler den Osten verließ und dass nur zwei DDR-Vereine in die Bundesliga aufgenommen wurden, sieht er nicht allein bei Politik und „windigen Geschäftemachern“ des Westens. Er redet auch über Versäumnisse der Ostvereine. Liebing zeigt, warum die Opferrolle häufig eine angenehme Zuflucht bietet und lässt auch spätere Erfolgsgeschichten von DDR-Klubs nicht unerwähnt.
Für seine Analyse hat der aus Sachsen-Anhalt stammende Autor mit zahlreichen Sportakteuren der Wendezeit gesprochen. Einer von ihnen ist Frank Engel. Engel war Trainer im DDR-Nachwuchsbereich. In dieser Funktion trainierte er unter anderem Andreas Thom, der 1988 zum DDR-Spieler des Jahres gekürt wurde. Dass Thom ein Jahr später zum ersten Transfernach Westdeutschland und damit zum Gesicht des Zusammenbruchs im Ostfußball werden würde, ahnte da noch keiner. Nach der deutschen Einigung trainierte Engel einen ehemaligen DDR-Verein nach dem anderen und wurde Zeuge des sportlichen Rückbaus. Wie es dazukommen konnte, besprechen Engel und Liebing nicht nur im Buch, sondern auch direkt vor Publikum.
Thalia im Allee-Center
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