© Gunter Glücklich
Dana von Suffrin liest aus Toxibaby
Kein Hass, nur Liebe – eine Botschaft, die selbstverständlich wirkt und uns Menschen häufig doch so sehr fordert. Mit Blick auf den September war die Wahl des Mottos der 35. Literaturwochen dennoch keine schwere. Einmal mehr soll das Programm zeigen, dass die Kultureinrichtungen unseres Bundeslandes für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander stehen. Über gut sechs Wochen laden dazu das Literaturhaus, der Moritzhof und zehn weitere Standorte zu einem dichten Programm aus Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Workshops ein.
Mit seinem Werk „Liebe! Ein Aufruf“ bringt Daniel Schreiber das Motto auf den Punkt. Er erklärt, wie man sich eine politische Meinung bildet, die einer sich ausbreitenden Kultur des Hasses Widerstand leistet, und wirbt für gemeinschaftliches Handeln. Im Zeichen der Gemeinschaft steht auch der arabisch-deutsche Abend. Hier wird das Buch „Apfel und Szepter“ vorgestellt – eine Sammlung von André Schinkels Gedichten, übersetzt und kommentiert von Wahid Nader. Issa Fayad begleitet die Lesung mit Gesang und spielt auf der Oud, der traditionellen arabischen Laute.
Liebe zeigt sich bei den Literaturwochen jedoch nicht nur als Gegenentwurf zu Hass, sondern auch im romantischen Sinn. Hierzu bringt die Schreibwerkstatt „LitheraThiem“ ihre neuesten Texte vor und widmet sich als Ausdruck der Zuneigung dem Kompliment. Natürlich werden auch Liebesromane vorgestellt: Dana von Suffrin liest aus „Toxibaby“ vom Inbegriff einer zerstörerischen Liebe. Und „Die zweitgrößte Liebe“ von Ruth-Maria Thomas erzählt passend zur gesamten Veranstaltung von einer Verbindung, die gesellschaftliche Gräben überwinden muss.
In Sachen Liebe kann man echte Wege beschreiten, etwa wenn man Ines Lacroix und Nadja Gröschner beim theatralischen Stadtspaziergang „Ach, ohne Liebe“ folgt, der am Fürstenwall entlang authentischer Orte führt und bei dem man sich verführen lassen kann von den Worten Mechthild von Magdeburgs, der Anna Luise Karsch, einer Luise Aston, die leidenschaftlich geliebt, aber auch gelitten haben.

