© Jana Edisonga Photography
Alice Hasters wirbt für Verletzlichkeit
Immer wieder ist die Rede von Opfern. Doch die gesellschaftliche Bedeutung des Wortes geht zunehmend weg von Menschen, denen Unrecht widerfahren ist. Gesehen werden solche, die die Harmonie stören, als verweichlicht gelten oder ihre Probleme über die anderer stellen. In ihrem Sachbuch „Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten“ widerspricht Alice Hasters dieser Entwicklung vehement.
Hasters arbeitete früher als Redakteurin für die Tagesschau und den RBB. Seit einigen Jahren hat sie sich jedoch als Autorin und Podcast-Host auf Kulturkritik spezialisiert. In ihrem neuesten Werk hinterfragt sie, warum man anderen unterstellt, ein Opfer sein zu wollen, gleichzeitig aber nicht selbst mit dem Wort in Verbindung gebracht werden will. Sie zieht Zusammenhänge mit dem Einfluss mächtiger patriarchaler Bündnisse und erklärt so, warum das Recht des Stärkeren heute als authentisch gilt.
Ihre Lesung ist Teil der Magdeburger Veranstaltungsreihe „Und Nu?!“, die nach Lösungen zur Stärkung der Demokratie sucht. Hasters Ansatz lautet, Gewalt als das zu verstehen, was sie ist, und anzuerkennen, dass sie jeden treffen kann. Denn wenn Trauer nicht mehr zugelassen wird und Härte als Zeichen von Kraft gilt, gleiche dies einer tickenden Zeitbombe, erklärt sie im radioeins-Podcast.
© Engelhardt
Kulturzentrum Moritzhof
Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg
Bitte aktivieren Sie JavaScript.
Kino- und Konzertkasse im Foyer ist wochentags ab 14.00 Uhr geöffnet.

