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© Jakob Kielgass
Kaleb Erdmann
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© Ullstein Verlag
Buchcover "Die Ausweichschule"
Wie geht man als Betroffener mit einer Katastrophe um? Mit dieser Frage beschäftigt sich nicht nur Kaleb Erdmann selbst, sondern auch der Protagonist seines Romans „Die Ausweichschule“. Nach jahrelanger Verdrängung der Geschehnisse vom Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 2002 kommt der Wille auf, sich mit dem Attentat auseinanderzusetzen.
Mit viel Reflexion entsteht so eine Brücke zwischen Literatur als Kunst und ihrer Rolle in der Verarbeitung des Traumas. Als Meta-Roman nähert sich der Ich-Erzähler nach mehr als zwanzig Jahren seinem Erlebten und startet den Versuch, dieses in ein Romanprojekt zu überführen. Es fließen die ganz persönlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen vom Autor in die Erzählung ein, der den Amoklauf selbst als Elfjähriger miterlebt hat.
Dabei stolpert er über die Frage, wie man überhaupt einen Zugang zu dem Thema findet. Ist er betroffen genug, darüber zu schreiben, wenn er doch eigentlich nur indirekt betroffen war? Was gibt ihm das Recht, alte Wunden aufzureißen und vor allem, welchen Erinnerungen ist zu trauen? Der Protagonist des Romans findet sich so selbst immer wieder in einem inneren Konflikt. Ein Konflikt darüber, wie er als Autor das Attentat angemessen in Kunst übersetzen kann. Trotz der durchaus ernsten Thematik gelingt es ihm, sich dem Thema mit einem überraschenden Sinn für Humor und Selbstironie zu nähern.
© Nicole Eggeling
Schauspielhaus/Theater Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64, 39104 Magdeburg
Theaterkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

