© Conny Steiner
Auch Conny Steiner war eine Punkfrau
Anfang der 80er Jahre wurden in der DDR rebellische Stimmen laut. Punker lehnten sich gegen den Staat auf, sehnten sich nach Selbstbestimmung und führten einen passiven, aber per Outfit und schriller Musik sichtbaren Kampf gegen das System. Die Mehrzahl der Punks waren Männer, aber es gab auch Frauen, die sich den Irokesen schnitten und die Sicherheitsnadel ins Ohr steckten. Dabei standen sie mehr unter Druck als die Männer. „Als Mädchen so herumzulaufen, bedeutete wohl einen doppelten Tabubruch“ blickt Nancy auf jene Jahre zurück. Sie ist eine der Frauen, die in Geralf Pochops Buch von der Ostpunk-Szene erzählen.
Pochop ist nahe dran, in den Achtzigern war er selbst aktiver Punk. So thematisiert er Geschichten von psychischer und physischer Gewalt. Wer Widerstand leistete, musste mit harten Strafen rechnen. Für ihren Mut, sich nicht anzupassen, wurden Punks auch bewundert. Ohnehin waren sie nicht die einzigen, die Kritik am System übten. All die Gruppierungen von Künstlern, Friedensbewegungen und Kirchen waren gut vernetzt. Vor allem die Kirche war, gerade in Magdeburg, für die Punks ein geschützter Ort, um sich sozial und musikalisch ausleben zu können.
© Engelhardt
Kulturzentrum Moritzhof
Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg
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