© Mark Büschel
Ole Nymoen
Seit Anfang Januar erhalten alle 18-Jährigen Post von der Bundeswehr. Dahinter steckt die Einführung des neuen Wehrdienstmodells, welches die Dienstbereitschaft von jungen Menschen ermittelt. Denn Deutschland soll sich im Notfall verteidigen können.
Argumente dagegen und moralisches Bedenken liefert Ole Nymoen mit seinem Buch „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“. Darin analysiert der 28-Jährige die Militarisierung Deutschlands angesichts der Debatten über die Wiedereinführung der Wehrpflicht und der aktuellen Aufrüstung als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Nymoen möchte nicht für den Staat kämpfen, aber auch nicht sinnlos den Krieg beschreien. Vielmehr stellt der Autor die Idee in Frage, eine ganze Nation unter Zwang verteidigen zu müssen, und ob es wirklich in den Händen der Demokratie und des Volkes liegt, über den „Waffengang“ zu bestimmen. Das Buch lädt zum gemeinsamen Hinschauen ein, indem es die Bedeutung von Krieg erklärt, wer daraus Nutzen zieht und wofür zahllose Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen. Nymoen verzichtet auf die Nennung einfacher Lösungen und regt mit ungeklärten, dennoch wichtigen Fragen zum Nachdenken an.
Das Werk erschien bereits im März 2025 und sorgt mit seinen Standpunkten weiterhin für Diskussionen. Denn Nymoen sticht damit ins Wespennest der Wehrpflicht-Debatte. Die zwiegespältigen Rezensionen spiegeln die geteilten Reaktionen der Gesellschaft auf die Wehrpflicht wider. Zum Austausch wird Ole Nymoen bei einem Podiumsgespräch mit der Initiative Schulstreik, der Palästina-Solidarität und der Gruppe „Zusammen Kämpfen“ erscheinen.


