© Jasper J. Maurer
Res Sigusch: Umgang mit den ewigen Selbstzweifeln
Die Welt ist ein einziger Haufen von schlechten Einflüssen. So empfindet es zumindest Christian, der Protagonist im Buch „Unbegründete Ängste“. Zwischen Rechtsextremismus, Klimawandel und Pandemien gibt es tausende Ungewissheiten, die ihn beschäftigen. Das Kopfkino spielt verrückt und Christian gerät in eine Spirale aus Negativität, in der er sich die größtmöglichen Katastrophenausmalt. Christian ist queerer Single in einer sächsischen Kleinstadt. Als gutaussehender Mann schwärmt zwar seine Mutter gern von ihm, trotzdem plagen ihn unzählige Unsicherheiten und Selbstzweifel. Durch sein ständiges Negativdenken manifestiert sich bei ihm eine existenzielle Angst. Aber er schafft es, langsam seinen Weg aus dem Tunnel zu finden. Der Schlüssel dazu ist Mut, sich seinem Umfeld zu öffnen und die Ängste zu teilen.
Unbegründete Ängste von Res Sigusch thematisiert das Wechselspiel von Angst und Mut. Es ist der Nachfolger des 2024 erschienenen Romans „Wesentliche Bedürfnisse“, in dem es um Reue und Sehnsucht ging. Das Interesse für allgemeine menschliche Zustände und soziale Themen beschäftigte Res bereits in Hildesheim. Nach dem Studium in Berlin organisierte und moderierte Res dort bis 2021 die Veranstaltungsreihe „Diesen Satz streichen: Sexismus im Literaturbetrieb“, wobei unter anderem geschlechterspezifische Diskriminierung diskutiert wurde. Auch die beiden Bücher gewähren tiefgründige Einblicke in Identitätskrisen, menschliche Grundbedürfnisse und innere Konflikte. Die detaillierten Darstellungen der Figuren und Milieus tragen dazu bei, dass sich viele Leser an einigen Stellen wiedererkennen und mit den Themen identifizieren können.
Literaturhaus
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg
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Mo - Fr 10 – 12 und 14 – 16 Uhr und zu Veranstaltungen

