© Vivien Christoph
Weltengang
Wer schon mal auf einem Weltengang-Konzert war, weiß, diese Band hat Humor. Zwischen den Songs mit dem Publikum zu interagieren und vor allem spontane Witze gehören für die Jungs aus Magdeburg einfach dazu. Damit liefern sie gleichzeitig einen Ausgleich zu den schwermütigen Liedern, von Gesellschaftskritik bis zu politischen Themen. In ihrer aktuellsten Single „Kaputtoptimiert“ stellen sie die allseits geforderte Hustle-Mentalität infrage. In „Reisebericht“ nimmt die Band Bezug auf katastrophale Zustände in Krisengebieten. „Gerade jetzt habe ich das Gefühl, dass man sich nicht wegducken darf und klare Kante zeigen muss“, erklärt Drummer Stefan. Zwischen all den tiefgründigen Werken der letzten zehn Jahre finden sich aber auch Lovesongs und Hymnen, die das Leben feiern. Bassist Paul nennt das den „typischen Weltengang-Mix“.
Rockig, eine Prise Punkattitüde, deutschsprachig und mehrstimmig: da landet man schnell bei Die Ärzte, aber auch Die Toten Hosen, Madsen und neuerdings Team Scheiße prägen die Band. Dazu hört man ihrem alternative Rock ganz klar Einflüsse von Indie und Pop-Punk an. Und auch wenn es musikalisch durchaus wechselhafter sein darf, blieb die Band ihrem Stil im Großen und Ganzen immer treu.
Nach längerer Pause in puncto neuer Musik kündigt Weltengang nun ein neues Album an. „Vor allem die neuen Songtexte schwanken ziemlich zwischen Team Scheiße und Erich Kästner“, verrät Stefan. Aber bis dahin soll es wieder öfter auf die Bühne gehen, denn „live zu sehen, was unsere Musik im Publikum auslöst, lässt uns seit so langer Zeit weitermachen“, sagt Sänger Eric stolz.
Beim Konzert in Luises Garten wird man einige der neuen Lieder schon hören können. Vorher gibt es ehrlichen Akustikrock vom Leipziger Solokünstler Weltwärts sowie eine donnernde Mischung aus Punk, Indie und Pop der Berliner Band code:Gamma.
© Michael Hünerbein

