© Alexander Lichtner
Die Fête de la musique verbindet
„Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nenn mir ein Genre und ich sag dir, auf welcher Bühne du es findest“, beteuert der langjährige künstlerische Leiter der Fête de la Musique Magdeburg, Matthias Buchholz. Er geht sogar so weit und behauptet, noch nie sei die Fête hier so vielfältig gewesen. So erstrecken sich 26 Locations vom Kannenstieg bis zum Salbker See über das gesamte Stadtgebiet. Knapp 100 Acts sind am Start. Nach dem erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr befinden sich die beiden Hauptbühnen erneut im Klosterbergegarten. Nicht nur spielt dort am Abend das Pop-Duo Léonard aus dem Heimatland der Fête. Sondern auch der wortwörtlich größte Act des ganzen Tages, das Akademische Orchester mit rund 40 Studierenden und einem Repertoire von Klassik bis Moderne. Wer Chor- und klassische Musik mag, sollte über einen Besuch in der St. Norbert-Kirche nachdenken, wo ganze zehn Ensembles auftreten. Tanzwütige gehen am besten ins Campus Kombinat, wo die DJs Nico Tober, Aio und Benno, Mid-Tempo, Space-Techno und Techno auflegen. Im Pastel Blumencafé gibt es ein eher entspanntes Set von der Yasta Crew bevor die beiden stabil aufstrebenden Rapper Yous39 und Rius Reiser auf die Bühne kommen. Rein akustisch und mit voller Fahrt auf der Singer-Songwriter-Schiene geht es in Nachbars Garten der SWM zu. Dort spielen die Magdeburger Anne Flach, Manuel Pratsch, Paul Kühle und die Mittwoch-A-Band. Auch Leo‘s Schlemmercafé lädt an den Nordabschnitt des Breiten Wegs. Mit Gitarre, Mundharmonika und seiner markanten Stimme singt Flunder dort feinfühlige Geschichten über die Liebe und das Leben.
Schwere Maschinen stehen im Technikmuseum nicht nur als Ausstellungsstücke in der Halle sondern in Form von E-Gitarren und fetten Drumsets auf der Bühne. Drei Jahre lang gab es mit der Fête de la Schwermetall einen rockigen Ableger der Magdeburger Fête. Nun wird sie komplett ins Hauptprogramm aufgenommen, aber der musikalische Fokus im Technikmuseum bleibt. Los geht es mit der Kieler Band „Vertical Blinds“, die die Grenzen zwischen klassischem Hard Rock und modernem Melodic Metal verschwimmen lassen. Damit schlagen sie eine ähnliche Kerbe ein wie „Agency of Steel“ aus Helmstedt, Wolfsburg und Magdeburg. Die Progressive/Metalcore Band „Leaving the Orbit“ aus Hannover erschafft Bilder einer futuristischen Welt zwischen Krieg und Frieden, Technologie und Natur. Als letztes dröhnen dann die Magdeburger von „Unrast“ mit ihren sägenden Gitarrenriffs und schnellen Blastbeats aus den Verstärkern.

