© Rebecca Kraemer
Betterov
Das ist „große Kunst“. Und auch wenn Betterov sich mit diesem Albumtitel wohl kaum selbst profilieren wollte, gelingt ihm auf der Platte etwas, das sonst nur ‚große Kunst‘ schafft: Immersion. Auf eine poetische Weise zieht er den Zuhörer mit Erzählungen aus seinem Leben ganz und gar in seine Gedanken- und Gefühlswelt, die alles andere ist, als eine Utopie. Es geht zunächst um eine Trennung und später darum, wie ihn ausgrenzende Erfahrungen zum Künstler gemacht haben. Einsamkeit, Zurückgezogenheit und die Sehnsucht nach Liebe ziehen sich durch, wie ein roter Faden. In dem einzigen fröhlich anmutenden Song werden diese Gefühle betäubt.
„Große Kunst“ ist ein biografisches Werk. Es spielt im Heute, geht aber zurück bis zum Aufwachsen im Nachwende-Thüringen und auszugsweise zum Leben seiner Eltern in der DDR. Gastbeiträge von Größen des deutschen Indie-Sounds wie Paula Hartmann, Blumengarten und Provinz haben Betterov bekannt gemacht. Mit tanzbaren Elementen aus Indie-Rock und New Wave bleibt er diesem Stil auch treu. Die Basis bildet jedoch ein orchestraler Klang, der den Tiefgang weiter unterstreicht. Das Album ist zumeist tieftraurig, was die hoffnungsvollen Momente umso heller scheinen lässt. Betterovs Stimme erinnert an den Blick eines Welpen, der einem mit großen Augen bis ins Herz schaut.
© Andreas Lander
Factory
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