© Baraniak
Auch ü. 70 noch voller Energie: der „Heaven Can Wait“ Chor
Keines der drei Dutzend Mitglieder dieses Chores ist unter 70. Das älteste Mitglied ist stolze 93 Jahre alt. Sie singen gerade den Refrain von „Zusammen“, als Monika Gutte nach vorne tanzt und voller Energie die erste Strophe rappt, als wäre sie eigentlich der fünfte Teil der Fanta 4. Seit über 10 Jahren beweisen die Senioren im Hamburger „Heaven Can Wait“-Chor, dass man nie zu alt ist, Neues zu wagen. Spätestens die gleichnamige Doku, die sogar im Kino lief, brachte ihnen bundesweite Aufmerksamkeit.
Recht früh im Film gibt es eine Szene, welche das eigentliche Ziel des Chores zeigt. Die Probe von Frida Golds „Wovon sollen wir träumen“ läuft nicht ganz rund. Da sagt der im Vergleich noch blutjunge Chorleiter Jan-Christof Scheibe: „Richtig singen sollen andere. Gebt euren Input rein, eure Geschichte. Macht die Texte zu euren. Wann immer euch das gelingt – Sahnetorte!“ Später ergänzt er: „Es ist schön, wenn sich alte Leute auch noch fragen, wovon sie träumen sollen.“ Entgegen der Erwartungen sei man im hohen Alter genauso orientierungslos wie in den 20ern.
„Jetzt erst recht“ heißt ihr neues Tourprogramm. In eigenen Liedern singen sie über das Leben im „letzten Jahrzehnt“ und wie sie es genießen wollen. Dazu kommen Interpretationen von bekannten Songs wie „Die perfekte Welle“ von Juli oder „Emanuela“ von Fettes Brot.

