© Steff Barnes
Simon Popp Trio
Hier trifft pulsierender Groove auf messerscharfe Improvisation, rohe Energie auf feinsinnige Klang-
architektur. Das Trio formt einen Sound, der gleichzeitig drängt, überrascht und mitreißt – kompromisslos, intensiv und hochgradig lebendig. Mit atemberaubender Präzision und spürbarer Lust am Risiko treiben sich die drei Musiker gegenseitig zu musikalischen Höhenflügen an. Mal verdichtet sich die Musik zu eruptiven Klanggewittern, mal öffnet sie sich zu fragilen, fast schwebenden Momenten – immer voller Spannung, immer am Rand des Unerwarteten. Zusammen mit den beiden Ausnahmeschlagzeugern Flurin Mück (CH) und Sebastian Wolfgruber (DE) spielt Popp nicht einfach Stücke; er erzählt Geschichten, baut Räume, reißt sie wieder ein. Popp spielt auf einer Vielfalt von Perkussionsinstrumenten aus aller Welt, z.B. auf Ballafon und Udu aus Afrika, Rahmentrommeln, Tongue-Drums, die arabische Darbuka, Bündeln von getrockneten Samenkapseln, Woodblocks, Cowbells, Klangschalen und Bongos. Den Naturklang der Instrumente manipuliert er bisweilen mit elektronischen Effekten und schafft damit gezielt und sparsam eingesetzte Soundflächen. Die polyrhythmischen Strukturen kontrastieren erdige und luftige Klänge, verwischten die Grenzen zwischen elektronischer und akustischer Welt und sind eine ordentliche Manifestation dafür, was zeitgenössische Schlagzeugmusik heute sein kann: Eine eigene Klangwelt, die sich der gesamten Bandbreite aller Schlaginstrumente bedient. Mal treibend, mal meditativ. Dem Perkussiven soll zudem eine Melodie abgerungen werden, meist subtonal — mit Geduld und Spürsinn für Klang und Ideenreichtum. Ein Muss für alle, die Jazz nicht als Stil, sondern als Haltung begreifen – neugierig, wild, offen und voller Kraft. Hingehen. Eintauchen. Mitgerissen werden.
Hier geht es zum "Jazz in der Kammer"-Konzert mit dem Simon Popp Trio
Forum Gestaltung
Brandenburger Straße 9-10, 39104 Magdeburg
Ausstellungen: Mi bis So, 14 bis 18 Uhr und bei Veranstaltungen

