© Christoph Köstlin
Max Giesinger
Das war ein Sommer, damals 2016: bestes Wetter und gute Stimmung, denn Deutschland schafft es bei der Fußball-Europameisterschaft bis ins Halbfinale. Schon im Februar des Jahres stürmte ein Lied die Charts, das später immer mehr zum EM-Song der Deutschen avancierte. Der Erfolg war so groß, dass Max Giesinger sogar eine extra Version von „80 Millionen“ mit leicht angepasstem Text veröffentlichte. Nun hat das Lied Jubiläum und Giesinger geht auf Open Air Tour.
Im Gepäck hat der Sänger aber nicht nur alte Hits sondern auch sein aktuelles Album. „Glück auf den Straßen“ ist wie eine Reise durch eine gescheiterte Beziehung. Hals über Kopf verliebt geht es los mit dem treibenden Titelsong der Platte. Mit seichtem Poprock und Sommervibes geht es weiter, bis in „Flugangst“ erste Zweifel aufkommen, denn trotz der schönen Beziehung schwebt da immer diese Bindungsangst mit. Die atmosphärische Ballade „Aufhören wenn‘s am schönsten ist“ knüpft daran an. In „Bungalow“ ist dann aber endgültig Schluss. Doch während Giesinger mit dem Song „Du wärst es gewesen“ hinterhertrauert, zeigt er sich in „Mach’s gut“ dankbar für all die kostbaren Erinnerungen. Verstrickt in diesen roten Faden sind aber noch andere Lieder, die sich nicht primär um die verschiedenen Phasen der Liebe drehen. „Sommer und Regen“ klingt tanzbar und plädiert dafür, mutig zu sein, ähnlich wie der melancholische Abschluss „4000 Wochen“. Darin philosophiert Max Giesinger darüber, seine kurze Zeit auf Erden besser nutzen zu wollen.
Sich verknallen, vermissen, verzweifelt sein und Weltschmerz sind auf dem Album verpackt. Dementsprechend emotional kündigt sich Giesingers Konzert auf der Bühne des DomplatzOpenAirs an. In einem Quartett, unter anderem mit zwei Streichern, sorgt der Sänger für Gänsehautstimmung, vor allem wenn die Sonne hinterm Dom verschwindet.

