© Catherina Rocio
herr ulrich
Jahre hoher Schlagzahl, über sieben Millionen Streams und Auszeichnungen wie der Titel „Bester Newcomer-Act Deutschlands“. Der Magdeburger „herr ulrich“ hatte ein Standing, dass man sich als aufstrebender Musiker nur wünschen kann. Die Entscheidung, eine 22-wöchige Entwöhnungstherapie zu machen und noch länger von der Bildfläche zu verschwinden, fiel dadurch nur schwieriger. Aber er hat es durchgezogen, wovon er auch offen auf seinen Socials erzählt. Mehr als zwei Jahre lag seine letzte Single zurück. Jetzt gibt herr ulrich wieder Konzerte und hat sein persönlichstes, ehrlichstes Album geschrieben.
Wenn Ulrich in dieser Zeit, in der er alles aufs Spiel gesetzt hat, eine Sache lernen konnte, dann Geduld. Erstmals hat er nun nichts mehr gemacht, um durch schnelle Resonanz im Netz seinen Dopaminspiegel zu fluten. „Ich habe das erste Mal Mucke gemacht, einfach nur weil es mir mit meinen Leuten Spaß gemacht hat,“ sagt er bedächtig. Im heimischen Studio haben sie sich oft getroffen, Musik zur Inspiration gehört und angefangen zu jammen, wenn die Ideen in ihnen hochkochten. Bis auf wenige Songs ist das Album in Gemeinschaft entstanden und dementsprechend abwechslungsreich klingt es auch. herr ulrich rappt auf ruhigeren Trap-Beats, E-Gitarren-lastigen Melodien mit Pop Punk Flair oder auch dahinschwelgendem Indiepop zum Tanzen.
Zwar ist „Helena“ in der Klinikzeit entstanden und „150 Tage“ dreht sich um den langwierigen Prozess der Therapie. Dennoch ist „Gut Genug“ keine Platte über Sucht. Vielmehr verhandelt der 27-Jährige verschiedene Facetten einer Quarter Life Crisis. Es geht darum, endlich den Abschluss zu machen, Sorgen über die eigene Zukunft, Beziehungen und die Frage, wie man Glück findet. „Das Album ist ein ziemlich genaues Abbild meines Lebens, eine Reise dahin, verschiedene Fragen am Ende mit dem Prädikat ‚gut genug‘ zu beantworten,“ erzählt herr ulrich. Er sieht es auch als Ausklang einer Trilogie aus seinen vorherigen Alben „Moderat“ und „eigentlich ganz gut“. Danach kann er sich neu orientieren. Ob irgendwann wieder richtige Happy Songs kommen – „Gut Genug“ ist von einer gewissen Schwermut durchzogen – weiß er nicht: „Vollkommen schwerelose Momente sind selten geworden.“
„Das Releasekonzert soll so geil wie möglich werden,“ freut sich der Magdeburger. Dafür haben er und sein Team ein exklusives Bühnenbild entworfen, dass es auch nur im Moritzhof geben wird. Das erste Mal spielt er mit kompletter Band und auch ein Support-Act wird dabei sein. „Tristesse“ aus Berlin schaffen es mit ihrem melancholischen Poppunk, den ganzen Raum einzunehmen.
© Engelhardt
Kulturzentrum Moritzhof
Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg
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Kino- und Konzertkasse im Foyer ist wochentags ab 14.00 Uhr geöffnet.

