© Marco Sensche
Federhall
Von Hamburg bis Erfurt, über Chemnitz und München: Seit dem Release ihres zweiten Albums „Tipps zu Verlieben“ ist die Magdeburger Band „Federhall“ gut herumgekommen, hat mit anderen Größen der Neuen Neuen Deutschen Welle (NNDW), wie „Udo West“ oder „Tiavo“ die Bühne geteilt. „Trotzdem war unser Releasekonzert im Moritzhof eines der Schönsten,“ blickt Sänger Hannes zurück. Damals haben sie die ausverkaufte Scheune zum Beben gebracht. Jetzt könnte es eine Wiederholung geben, bei der Release-Show zu ihrer EP „Das Große Turnier“.
Als NNDW-Band greift Federhall nicht nur typische 80er-Jahre Sounds auf. Detailverliebt übernehmen sie die ganze Ästhetik in Outfits, Musikvideos und Cover-Art auf. „Wir feiern total die Kampfsportfilme der 80er/90er Jahre und deren Soundtracks,“ sagt Marko. Davon ist ihre neue EP inspiriert. Der typische Federhallklang bleibt erhalten, allerdings viel energetischer und dynamischer. „In allen Songs gibt es ein abgefahrenes Gitarrensolo und ich drücke stimmlich raus, was geht,“ sagt Hannes. Die Cover der Singles und der EP sind angelehnt an Filmplakate mit Neonschrift. In den Musikvideos wird in urigen Bars und zwielichtigen Hinterzimmern geschwitzt, trainiert und Schwinger verteilt.
„Wir hatten teilweise Schwierigkeiten, die Texte mit genügend Klischees vollzustopfen,“ lacht Marko. Auch die typischen Denk- und Verhaltensmuster vergangener Äras fanden in ihrer Musik schon seit dem ersten Album Platz - immer im Spannungsfeld zwischen ironisch aufs Korn nehmen, aber auch irgendwie geil. Auf „Das Große Turnier“ geht es um Liebschaften, Körperkult, Konkurrenz und den Druck, zu funktionieren. Man kann das als überspitzte Hommage an kultige Kampfsportfilme lesen, aber auch als scharfsinnige Kritik an einem bestimmten Männlichkeitsbild.
„diamando“ ist ebenfalls aufstrebender Musiker, der mit origenellem Gesangsstil und Texten die NNDW-Szene aufmischt. Er ist als Support-Act beim Releasekonzert dabei. Dort wird Federhall den Fans außerdem ein anderes Projekt verkünden. Denn soviel sei gesagt: Die Geschichte, welche in den Hochglanz-Musikvideos zur EP erzählt wird, ist noch nicht zu Ende ...
© Engelhardt
Kulturzentrum Moritzhof
Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg
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