© Anita Kubisch
Rachid (l) und Jojo (r) von Faek
Wenn Jojo und Rachid auf der Bühne stehen, passieren viele Dinge in kürzester Zeit. Während Jojo vom Klavier an eine seiner E-Gitarren wechselt und singt, steht Rachid mit E-Bass vor unzähligen Effektpedalen – zwischendurch erzeugt er am Synthesizer neue Klangteppiche. Bei den Shows von „Faek“, die als wilde Lichtsignale und abgespacte Melodien beim Zuhörer ankommen, fragt man sich regelmäßig: Wie bekommen die so einen Sound hin?
Jojo ist am klassischen Klavier groß geworden, was erklärt, warum die langsameren Parts ihres New Prog gerne mit Klavier und Streichern bestückt sind. Eine Band, die ihn und Rachid verbindet, ist Muse. Das hört man an den komplexen Synthesizer-Parts, abgefahrenen Gitarrenriffs und dem Schwank zwischen sehr harten und poppigen Momenten. So kann Faek in einem Song klingen wie eine Metalformation, im nächsten wie „Barby Girl“ mit Aufputschmitteln. Genau für so einen Stil, der von Schublade zu Schublade springt und doch in keine so richtig hineinpasst, hat Jojo die Band vor zehn Jahren gegründet. Nach dem ein oder anderen Besetzungswechel ist Rachid dazugekommen.
In ihrer Single „War“ nehmen sie Bezug auf den russischen Angriffskrieg. Generell spielen politische und gesellschaftliche Themen in ihren Liedern eine große Rolle. Aber Jojo schreibt auch über persönliche, insbesondere psychologische Themen. In „Faithful Fantasy“ zum Beispiel geht es um eine Person, die man sich immer wieder schön redet, obwohl die Realität anders aussieht.
Ihre selbst programmierte Lichtshow präsentieren sie unter anderem beim „Rock im Ravelin“, Faeks eigenem kleinen Festival. Begonnen hat alles mit einem Auftritt in den Gruson-Gewächshäusern, woraus zwei Jahre in Folge das „Gruson Rocks“ entstanden ist. Aus terminlichen Gründen geht es dieses Jahr in den Ravelin. Wo sich das Event festigen wird, können die beiden noch nicht sagen, aber Lust, diese Tradition fortzuführen, ist definitiv vorhanden. Mit dabei sind fünf Bands, inklusive Faek. „Zolyd“ stehen seit vielen Jahren für harten Alternative Rock mit weiblicher Frontstimme. Die „Mittwoch-A-Band“ hat mit ihrem Folk und amüsanten Texten, die klare Kante zeigen, die Stadt erobert. „Chérie“ bewegen sich irgendwo zwischen Studi-Party und Katerfrühstück und verbinden eingängige deutsche Texte mit tanzbarem Punkrock. „Fatun“ ist ein wahres Rockurgestein und kommt genau wie alle anderen Acts bei Rock im Ravelin aus Magdeburg.
Festungsanlage Ravelin 2
Maybachstraße 8, 39104 Magdeburg
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