© Robert Jentzsch
Julvisor
„Weihnachten und die zauberhaften Winterwelten Skandinaviens, das sind einfach zwei Themen, die viele Menschen begeistern“, findet Michael Gramm, Drummer von „Julvisor“. Letzlich ist es der tiefere Grund, warum die Dresdner Band neben einer gewissen Stammhörerschaft immer wieder neues Publikum auf ihre Weihnachtstour zieht. Aus dem schwedischen übersetzt bedeutet der Bandname „Weihnachtslieder“. Eben diese sucht die Dresdner Gruppe aus nordischen Ländern zusammen und interpretiert sie neu.
Tradition und Experiment sind die Eckpunkte des Spektrums, auf denen sich Julvisors Arrangements bewegen. Die Band besteht neben dem Percussionisten Gramm aus Christina Lutter (Gesang/Geige), Guido Richarts (Gesang/Kontrabass), Marcus Hetzel (Git.) und Matthias Strauch (Sax/Klarinette/Flöte). Mit der instrumentalen Besetzung können sie die Weihnachtslieder nah am Original orientieren. Sie alle bringen unterschiedliche Einflüsse aus Folk, Jazz, Pop, Rock oder auch Latin ein. Das wiederum führt zu einer großen Lust am experimentieren: „Da haben wir keinerlei Scheu und kombinieren das neu,“ sagt Gramm, wenn er davon erzählt, dass auch mal die Drehleiher oder die afrikanische Udu-Trommel ausgepackt wird. Manche Neuinterpretationen gingen sogar in Richtung Drum‘n‘ Bass. Dennoch gehen sie respektvoll mit dem Kulturgut um. „Wiedererkennen kann man die Lieder immer,“ schmunzelt der Schlagzeuger. Die beiden Leadsänger legen großen Wert auf korrekte Aussprache. Mit Norwegisch, Schwedisch, Dänisch und Isländisch haben sie sich intensiv befasst - dafür gab es schon Lob von nordeuropäischen Zuschauern.
In einigen nordischen Ländern gibt es die jahrhundertealte Tradition, nach der Bescherung um den Weihnachtsbaum zu tanzen. Das gilt ebenso für die Verehrung des Julbocks (Strohziege) als Weihnachtssymbol und den Glauben an Julenisse (die Wichtel), denen man am Abend vor dem Fest Milchreis vor die Tür stellt. Die Festlieder sind zumeist fröhlicher als deutsche und erzählen von Fabelhaftem. So schwankt das Programm von Julvisor zwischen mystisch-düsteren, amüsanten sowie berührenden Momenten. Zu jedem Song gibt die Band etwas Kontext.
Sich in dieser Musik frei entfalten zu können, hat den gebürtigen Magdeburger Gramm 2014 überzeugt, in das Projekt einzusteigen. Ursprünglich war es 2007 aus einem Auftrag des Dresdner Projekttheaters entstanden. Jeden Herbst trifft sich Julvisor, um ein neues Winterprogramm zu entwickeln. Bisher haben sie Lieder aus vier Alben dafür zur Auswahl.
© Engelhardt
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