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© Rainer Totzke
Kurt Mondaugen
Philosoph & Wortakrobat
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© VVO
Verfolgte vom Orchester
Magdeburger Independent Band
Homöopathie, Karate, chinesisch Essen, Atmen, gemeinsames Singen, Sauna, Schwitzhütte, Familienaufstellung, Sushi, Feng Shui, thermische Oberflächenbehandlung, Performance Kunst, Katholizismus – das alles erzeugt manchmal einen gewissen Erklärungsnotstand, den Sinn des Lebens oder der Dinge betreffend. Und Schamanen könnten Experten für solche unerklärlichen Dinge sein, indem sie das Geheure umstoßen, und was man dafür hält, und das Tor zum Ungeheuren aufstoßen, wie Heidegger sagt und so die kognitiven Dissonanzen einfach zum Verschwinden bringen. Aber gibt es Schamanismus wirklich? Und wie funktioniert ihr Zauber? Kurt Mondaugen (textelektrik/voc/pyrotechnik) und „Verfolgte vom Orchester“ (Gerald Rabe/e-guitar & Andreas Gentzsch/perc.) surfen gemeinsam über die Bewusstseinsoberflächen der Gegenwart und spielen Doppelpässe, daß die Ohren Tränen tragen. Mondaugen taucht mit psychedelischen Paragleitern tief in brachliegende Nebenwirklichkeiten. Es geht um die Möglichkeit, in Bildern zu denken und um philosophische Motive, die mit Wahrnehmen und Verstehen verbunden sind, quasi um Schaubilder in philosophischen Argumentationen, in Kreations- und Vermittlungsprozessen von philosophischem Denken. Im Verlauf einer exzessiven wort- und musikdramatischen Abenteuerreise begegnen die Zuschauer vielleicht einer Leerstelle in ihrer Wahrnehmung, einer Monotonie, einer Aggressivität des Untertones im Augenblick. Der wichtigste Grundsatz aber ist hier wie auch sonst im Leben: Man soll keine Erwartungen haben. Und der zweite Grundsatz heißt: Es ist immer alles schon da. Die Geister sind jedenfalls eingeladen und Besucher, die unerklärliche Gegenstände aus ihrem Leben mitbringen, erhalten zudem ermäßigten Eintritt.

