© Andreas Lander
Hoch die Schals und dazu am 13.12. eine epische Choreo
Die Zahl „1965“ ist einfach allgegenwärtig. An ihrer Präsenz im 150-km-Kreis um Magdeburg, wo sie variantenreich auf Brückenpfeiler, Ruinen und Trafohäuschen gesprüht steht, kann man ermessen, welche Bedeutung der Gründungsmythos des 1. FC Magdeburg für die 15.225 Mitglieder und die noch weit zahlreicher über das Land verstreuten Fans hat.
Am Abend des 21. Dezember 1965 hatte man sich im AMO Kulturhaus versammelt, um die Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem SC Magdeburg zu beschließen und den Grundstein für den neuen Verein zu legen. Mit dem formalen Zeremoniell begann die Geschichte des wohl erfolgreichsten Vereine Ostdeutschlands. Dreimal wurde der 1. FCM DDR-Meister, siebenmal Pokalsieger. Der größte Erfolg ist zweifelsfrei der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1974.
In diesen 60 Jahren lagen auch Tiefen. In den 1990er Jahren sank man in sportliche Niederungen ab, verbunden damit waren auch wirtschaftlich äußerst schwierige Jahre.Nach Rechtsstreitigkeiten drohte dem Verein im Herbst 2000 gar die Insolvenz und Löschung aus dem Vereinsregister. Nur eine spontane Spendensammlung, die gut 1 Million Euro zusammenbrachte, konnte diesen Exodus verhindern.
Nun steht der 60. Geburtstag des 1. FCM vor der Tür und das soll gebührend gefeiert werden. Offiziell ist dafür das Heimspiel in der Zweiten Bundesliga gegen Holstein Kiel am 13. Dezember zum Jubiläumsspiel ausgerufen worden. Neben der zu erwartenden epischen Choreo des Block U wären angesichts der Tabellensituation drei Punkte nicht schlecht. Aber davon hängt die Liebe der Fans zu ihrem Verein nicht ab.
© Vanessa Weiss
